Dämmen – aber natürlich!

Immer häufiger kommen natürliche Dämmmaterialien zum Einsatz. Sie haben die entscheidenden Vorteile, dass sie schonender in der Gewinnung, mit hervorragenden Dämmeingenschaften ausgestattet und vollständig abbaubar, somit also gut zu entsorgen sind. Herkömmliche Dämmstoffe werden zumeist unter großer chemischer Belastung hergestellt und sind hochproblematisch in der Entsorgung, sie belasten also Umwelt und Verbraucher. Hier möchten wir Euch drei der besten natürlichen Dämmstoffe genauer vorstellen:

Flachs-Dämmung

Flachs? Total oldschool, oder nicht?

Magripol Flachs Dämmung Baby

Ganz im Gegenteil! Flachs wird schon seit Langem vom Menschen genutzt, jedoch ist diese Nutzpflanze deswegen noch lange nicht aus der Mode gekommen!

Der Flachs


Die Flachspflanze ist einjährig und erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 100 Zentimetern. Die aufrechten Pflanzenstängel stehen überwiegend einzeln und weisen im im Bereich des Blütenstandes Verzweigungen auf. Die hübschen Blüten sind zumeist hellblau, kommen in seltenen Fällen aber auch in weiß, violett oder rosa vor.

Im Bereich der Gebäudedämmung wurde diese Pflanze wieder entdeckt.
Für die Herstellung von Dämmstoffen aus Flachs werden die Stängel der Pflanze verwendet. Flachs ist durch seine feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften hervorragend für einen diffusionsoffenen Baustil geeignet. Abgesehen vom regulierenden und dämmenden Effekt ist Flachs zudem auch noch zu einem hohen Maße resistent gegen Fäulnis.

Dieses Dämmmaterial eignet sich insbesondere zur Zwischensparrendämmung, sowie Untersparrendämmung des Daches. Aber auch für die Ausfachung von Ständer- / Balkenkonstruktionen und für die Außen-/Innendämmung von Außenwänden ist Flachs eine gute Wahl!

Hanf-Dämmung

Hanf? Im Haus?!

Hanf Dämmung Hanffeld

Na klar! Hanf ist ein echter Allrounder, alle Bestandteile können verwendet werden, sowohl die Samen, die Fasern als auch die Stängel. Sie finden als Nahrungsmittel, als Tiereinstreu, Tierfutter (Vögel), in Kosmetika, bei der Herstellung von Biokraftstoffen, Papier, Textilen, Dämmstoffen uvm. Verwendung.

Der Hanf


Abgesehen davon ist Hanf eine der ältesten natürlichen Heilpflanzen.
Die Hanfpflanze hat sich von Zentralasien fast über die ganze Welt verbreitet. Die Pflanze ist einjährig und bildet nur einen Stängel aus. Abhängig von der Sorte und den Lichtverhältnissen kann sie eine stolze Höhe von 2-7 (Oha!) Metern erreichen.

Hanf ist beim Einsatz als Dämmstoff inzwischen recht beliebt. Die Wärmedämmung und Schallisolierung sind ausgezeichnet. Abgesehen davon ist das Material extrem feuchtigkeitsbeständig und sehr resistent gegen Fäulnis.
Hanf als Dämmmaterial ist sehr flexibel und deshalb super als Zwischensparren- / Untersparrendämmung geeignet. Aber auch bei der Dämmung von Wänden (Trockenbau) und der Wärme- / Trittschalldämmung von Decken ist die Hanfdämmung eine gute Wahl. Auch als Stopfmaterial erweist der Hanf gute Dienste. Er dient hierbei als Auskleidung von Rissen und kleineren Hohlräumen.

Lediglich als Untergrund für Putz ist das Material ungeeignet. Jedoch besteht die Möglichkeit, Hanf als Teil einer hinterlüfteten Fassade zu verbauen.

Jute-Dämmung

Jute – alles andere als ein alter Sack!

Jute Dämmung Strukturbild

Jutedämmungen stehen ganz im Zeichen des Upcycling. Bei dieser Art des Recyclings kommt es zu einer stofflichen Aufwertung des Materials. Hierfür werden die Fasern alter Kakao- oder Kaffee-Jutesäcke so aufbereitet, dass sie anschließend zu Dämmmaterialien verarbeitet werden können.

Die Jute


Dieses Recycling führt durch die Weiterverwertung von bereits vorhandenem Material zur Reduzierung der Neuproduktion von Rohmaterialien. Jute ist also gleich doppelt nützlich wenn es um das Thema Dämmen geht! Hierbei wird Jute auch gerne in Kombination mit anderen natürlichen Dämmmaterialien verwendet.

Jute wächst als einjährige Pflanze. Sie bildet nur einen Stängel aus und ist von Ihrer Beschaffenheit her eher krautig. Die Jutepflanze kann eine stolze Wuchshöhe von bis zu 4 Metern erreichen und ist von feinen Härchen überzogen.

In Form von flexiblen Matten ist Jute hervorragend als Aufsparren-, Untersparren- oder Zwischensparrendämmung geeignet (Dach). Aber auch als Dämmung von Holzbalkendecken, Außen- und Innenwänden (Holzbauweise), sowie bei der Außendämmung von Wänden (mit Hinterlüftung) kann Jute eingesetzt werden.
Jute steht auch als Stopfwolle zur Verfügung, diese ist jedoch eher als Dicht- statt als Dämmmaterial anzusehen (z.B. bei Fugen).

Jute-Dämmmaterial ist sehr resistent gegen Schimmel und besitzt die Eigenschaft, Feuchtigkeit gut aufzunehmen und auch wieder abzugeben.Zudem ist dieses Material für Schädlinge uninteressant, da es weder auf dem Speiseplan von Nagern, noch Insekten steht.

Früher wurden die gebrauchten Jutesäcke als Abfall angesehen, heute leisten sie tolle Dienste als Dämmmaterial und unnötiger Abfall wird vermieden. Gut also sowohl für Verbraucher, als auch für die Umwelt!

Ältester Baustoff der Welt?

Lehm!

Lehmputz Tonarbeit Bild

Seit Jahrhunderten verlassen sich unsere Ahnen auf hochwertigen Lehm. Traditionelle Lehmputze werden aus Quarzsand, Sägespähnen und fettem Ton gerührt.

Lehmputz


Als natürlich und umweltfreundlich kann man Lehmputz übrigens nur dann bezeichnen, wenn der Energieeinsatz in der Herstellung gering gehalten wird und keine Zumengungen von Acryl (Plastik), Konservierungsmitteln (einige sind als wahrscheinlich Krebserregend eingestuft) oder Weichmachern. Dafür haben einige Händler mit ökologischem Einschlag eine Vorauswahl getroffen.

Kleine Info am Rande: Wasserdampf aufzunehmen um bei gesunkener Luftfeuchte wieder in den Raum abzugegeben. So reguliert ein guter Putz auf Lehmbasis die Raumfeuchte.

Megatrend Lehmfarbe - was ist drin?

Was ist drin?

Lehmfarbe Procrea Oslo

In der Vergangenheit wurde bei handelsüblichen Farben vieles reingerührt was im Nachhinein der Umwelt und dem eigenen Körper schadete. Man denke nur an Schwermetalle, Weichmacher und garstige Lösemittel.

Lemfarbe


Eine moderne, ökologisch konzipierte Lehmfarbe basiert auf natürlichen und mineralischen Inhaltsstoffen - wie Tonpulver - und je nach Hersteller aufnatürlichen oder naturnahen Komponenten - im Falle von Procrea, Volvox Espressivo Lehmfarben und Leinos baubiologisch wirksam. Die Leinos Farbe ist übrigens mehrfach positiv ausgezeichnet worden.
Diese Malerfarbe enthält nur minimale Schadstoffanteile, ist Deckklasse 2 und für viele Untergründe geeignet. Tipp: hunderte von exakt gemischten Farbtönen bei gesundwerk finden. Tipp: Ein perfektes Team sind übrigens ökologische Dämmstoffe, darauf gespachtelter Lehmputz & obendrauf eine diffusionsoffene Lehmfarbe. So sorgst du für ein großartiges Schlafklima, erstaunlich gute Luft in Küche, Bad und Wohnbereich. Hier findest du den legendären Ökotest Lehmfarben Vergleichstest. Hinweis dazu: Einige Hersteller haben die Rezeptur danach leicht angepasst.

Gestaltung mit Lehmfarbe


Das ist leicht: Am einfachsten rollst du die Lehmfarbe mit einer Malerrolle an die Wand. Das geht schnell und ist auch DIY Anfängern zu empfehlen. Allerdings wirkt die Oberfläche mit einer Rolle grob strukturiert, während sie bei der Benutzung eines Pinsels eine wesentlich feinkörnigere Struktur erhält.